Meine erste Schallplatte – Pink Floyd oder Abba?

13. Dezember 2008

Nun gibt es von dieser Geschichte zwei Versionen, je nach Publikum.

Und so richtig ehrlich bin ich nicht, wenn ich dem Publikum eins erzähle, dass meine erste Schallplatte „Wish You Were Here“ von Pink Floyd war. Natürlich war sie eine meiner ersten LPs und lag so in meinem unaufgeräumten Zimmer herum, dass sich auf dem Innencover Katzenpfotenabdrücke unserer ersten Katze finden. Das ist wirklich lange her, grob geschätzt ca. 1977. Publikum eins ist natürlich schwer begeistert, liege ich doch voll im Mainstream, schließlich ist dieses Album in der WDR-Hörerliste vor einiger Zeit ja auch Platz 1 geworden. Und die Kommentare gehen in die Richtung: „Was mag bloß noch in seinem Plattenschrank schlummern, wenn diese Platte schon 1977…?“ Das zeugt ja irgendwie von komplexer Ernsthaftigkeit im Umgang mit Popmusik und -kultur. Die Platte ist gut – und deswegen habe ich sie. Das ist erst einmal alles.

Publikum zwei allerdings kennt mich und meinen arg heterogenen Musikgeschmack etwas besser und verträgt mehr Wahrheit. Die können auch schon selber raten: „Du warst doch mal Abba-Fan, oder?“ Breites Grinsen, Augenzwinkern. Und irgendwann, aber es muss etwas später am Abend sein, tappe ich ins Arbeitszimmer und fische aus dem Single-Regal die Original-Single aus dem Jahre, hmmm, 1976 heraus – und die war wirklich meine erste Platte – da ist sie: „Abba – Fernando“. Nun ist es heraus und ich bin etwas erleichtert. Die B-Seite, „Tropical Loveland“, gefiel mir nach mehrmaligem Hören komischerweise besser und deswegen lief sie auch im USA-Urlaub, in den ich diese Schallplatte – zum Leidwesen meiner Eltern – mitnehmen _musste_, ständig auf des Cousins Plattenspieler. Geschadet hat es mir nicht, eher wohl meiner Umwelt. Nun habe ich mittlerweile das komplette Abba-Werk auf CD und es daher nicht mehr wirklich nötig, diese Original-Single auf meinem Plattenspieler abzuspielen; sie hat sehr gelitten, lieber also ab ins Regal…

P.S.: Meine geschätzte Ehefrau sagt eindeutig: „Dieser Beitrag ist nicht lustig.“


Orishas – Cosita Buena. Kuba lieb.

14. Juni 2008

Schön, da ist sie also. Die neue CD, Orishas 2008. Und? Sie ist gut, keine Frage. Sie ist komplex, auch keine Frage. Doch fehlt schwer das agressive Moment, das 2001 auf der ersten CD zu spüren war. Damals waren Orishas unverwechselbar. Und neu. Und laut. Was ist geschehen? Es sind 8 Jahre vergangen und Orishas haben überlebt und sich abgestoßen. Heute? Guter Sound. Glatt. Melodisch. Zahm. Plätschernd. Können auch gut „nebenher“ laufen. Wenn nicht zwischendurch der Sprechgesang herauskäme. Dieser Klang des Rap, der ist einzig; leider zu selten auf der neuen CD, es wird wirklich zuviel gesungen. Auch wenn das professionell gemacht ist, und das ist es zweifellos, trifft es lange nicht die ruppige Qualität der früheren Werke.


Mike G – Ambient and Downtempo Mixes

22. Mai 2008

Wenn schon Musik über das Internet hören, dann auch bitte die richtige. Mit diesem Wunsch kam ich Ende 2005 zum Chillout-Channel von Digitally Imported (www.di.fm). Gerne und oft ließ ich diesen Channel nebenher plätschern, ohne den Titeln oder Interpreten besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Der erste Mix, der mich wirklich fesselte und zum Zuhören brachte, war „Vedic Space“, zusammengestellt von einem „Mike G“. Dieser Mike G, der wohl eigentlich Mike Watson heißt und in Australien lebt, hatte schon, bevor er zu di.fm kam, mehrere Mixe produziert und diese beim australischen Sender „UltimaThule“ veröffentlicht. Bei di.fm produzierte Mike G die „Cosmic Lounge“, einen zweistündigen Chillout-Mix, der montags alle zwei Wochen gesendet wurde. Seit Herbst 2007 hat Mike G die Produktion der Cosmic Lounge leider eingestellt.

Wie „Vedic Space“ sind die Mixe von Mike G alle sehr heterogen in der Auswahl der Stücke, gleichzeitig aber von einer hohen Stimmigkeit, die einen sehr geschlossenen Eindruck hinterlässt. Auch sind sie nicht immer so ambient, wie es das Genre erwarten lässt, zwischenzeitlich finden sich auch kräftige Beats und wuchtige Arrangements, die exzellent mit den ruhigen Teilen harmonieren.

Mike G betreibt eine Website (www.ambientmusicguide.com), in der er seine eigene lange Geschichte der „ambient music“ lebendig erklärt und vor allem mit einer umfangreichen Diskografie garniert. Für die, die eher seine Musik hören wollen, sind seine Mixe dort als Audio-Stream verfügbar, selbstverständlich inklusive detaillierter Titelliste.

Meine persönlichen Empfehlungen:

The Cosmic Lounge No. 8 mit Titeln von Dale Nougher, SpeedyJ, David Parsons, Pete Namlook

The Cosmic Lounge No. 18 mit dem Album “Logos” von Tangerine Dream

The Cosmic Lounge No. 22 (= enthält den 70-min-Mix „Vedic Space”, inkl. Titeln von David Parsons, Pete Namlook, Infinity Project, Chilled C’Quence)

The Cosmic Lounge No. 23 mit Titeln von Spice Barons, Moody Blues, Air, Tangerine Dream

Deep Diving 1 mit Titeln von Tim Story, Alpha Wave Movement, Pete Namlook, Brian Eno


Beastie Boys – The Mix Up

12. Juli 2007

Eine Instrumental-Platte von den Beastie Boys – reine Verschwendung? Sicherlich, aber spannend dennoch, oder?