Meine erste Schallplatte – Pink Floyd oder Abba?

Nun gibt es von dieser Geschichte zwei Versionen, je nach Publikum.

Und so richtig ehrlich bin ich nicht, wenn ich dem Publikum eins erzähle, dass meine erste Schallplatte „Wish You Were Here“ von Pink Floyd war. Natürlich war sie eine meiner ersten LPs und lag so in meinem unaufgeräumten Zimmer herum, dass sich auf dem Innencover Katzenpfotenabdrücke unserer ersten Katze finden. Das ist wirklich lange her, grob geschätzt ca. 1977. Publikum eins ist natürlich schwer begeistert, liege ich doch voll im Mainstream, schließlich ist dieses Album in der WDR-Hörerliste vor einiger Zeit ja auch Platz 1 geworden. Und die Kommentare gehen in die Richtung: „Was mag bloß noch in seinem Plattenschrank schlummern, wenn diese Platte schon 1977…?“ Das zeugt ja irgendwie von komplexer Ernsthaftigkeit im Umgang mit Popmusik und -kultur. Die Platte ist gut – und deswegen habe ich sie. Das ist erst einmal alles.

Publikum zwei allerdings kennt mich und meinen arg heterogenen Musikgeschmack etwas besser und verträgt mehr Wahrheit. Die können auch schon selber raten: „Du warst doch mal Abba-Fan, oder?“ Breites Grinsen, Augenzwinkern. Und irgendwann, aber es muss etwas später am Abend sein, tappe ich ins Arbeitszimmer und fische aus dem Single-Regal die Original-Single aus dem Jahre, hmmm, 1976 heraus – und die war wirklich meine erste Platte – da ist sie: „Abba – Fernando“. Nun ist es heraus und ich bin etwas erleichtert. Die B-Seite, „Tropical Loveland“, gefiel mir nach mehrmaligem Hören komischerweise besser und deswegen lief sie auch im USA-Urlaub, in den ich diese Schallplatte – zum Leidwesen meiner Eltern – mitnehmen _musste_, ständig auf des Cousins Plattenspieler. Geschadet hat es mir nicht, eher wohl meiner Umwelt. Nun habe ich mittlerweile das komplette Abba-Werk auf CD und es daher nicht mehr wirklich nötig, diese Original-Single auf meinem Plattenspieler abzuspielen; sie hat sehr gelitten, lieber also ab ins Regal…

P.S.: Meine geschätzte Ehefrau sagt eindeutig: „Dieser Beitrag ist nicht lustig.“

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