Gut. Ich blogge. So ist es also. Ein bisschen zumindest, mal hier einen Artikel, mal dort eine kurze Notiz, auch ein Foto dann und wann. Und es geht meistens um alles oder nichts. Also präsentiere ich keinen Windel-Blog, auch wenn mal die Kinder darin vorkommen; ein Lehrer-Blog ist es auch nicht, denn die Schule bleibt außen vor. Von Frau Antonmann sollte ich vielleicht die Bezeichnung „nursohalt“ zum „Nursohalt“-Blog übernehmen.
Wer liest einen „Nursohalt“-Blog? Wer hat Interesse an sehr subjektiven Ausführungen einer einzelnen Person zu irgendwas? Niemand. Warum auch? Hat jemand die gleichen Interessen wie ich? Schön. Dann wissen wir ja, wovon wir reden: „Hallo united232, ich habe auch einen 2/83N!“ Hat jemand andere Interessen? Dann ist er/sie uninteressant, es gibt ja so viele von denen.
Doch es ist nicht so. Blogs werden gelesen. Sogar meiner. Ich habe täglich ca. vier Hits, und das, obwohl aus meinem Freundeskreis nur zwei Menschen bescheid wissen. Das ist ja schon mal etwas. Da ist jemand, der liest „mich“. Der am häufigsten aufgerufene Artikel – übrigens – ist der Link zur LHC-Status-Seite, die momentan langweilig ist, denn der LHC ist ja kaputt.
Und auch „Nursohalt“-Blogs werden gelesen. In der Bestenliste bei WordPress stehen regelmäßig Blogs weit oben, die sich mit verschiedenen Themen beschäftigen. Vieles hat dabei mit sehr subjektiven Interessen oder Themen zu tun. Die Familie kommt recht oft vor. Und der Alltag. So unspannend dies auf den ersten Blick erscheinen mag, diese Blogs haben etwas. Was nur? Tausende Menschen mit den gleichen Themen im Internet um sie herum, das ist anzunehmen. Und genau das ist es. Diese Blogs werden gerade deswegen gelesen, weil es so viele Menschen gibt, die sich in ihnen wiederfinden und ihre eigene Lebenswelt und deren Eigenheiten im Blog des/der Anderen abbilden und vergleichen. Daher so viele „Ich-auch!“-Kommentare.
Gerade in Blogs, die sich im weitesten Sinne mit Kinderaufzucht beschäftigen, scheint dabei der Gedanke zu funktionieren: „Anderen geht es genauso wie mir.“ Und dieser Gedanke ist alles andere als langweilig. Er ist beruhigend. Als jemand, der auch mit Kinderaufzucht befasst ist, kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Wenn ich sehe, dass andere Eltern Ähnliches erleben wie ich, bin ich erst einmal beruhigt. Und dann kann ich von einer anderen Warte aus überlegen.
Also, Familienmütter, Familienväter, alle zusammen, bloggt, was das Zeug hält und lasst uns teilhaben an den keksteigverschmierten Händchen Eurer Sprösslinge! Achso, mir fällt gerade ein, da war noch die Sache mit der Milchpumpe, aber das ist wirklich eine andere Geschichte…

