Faber-Castell Novo Duplex 2/83N – sperrige Bezeichnung für antikes Gerät

30. September 2008

Endlich ist er da! Vor ein paar Wochen konnte ich eine nicht ganz so günstige Gelegenheit nutzen, um endlich einen Novo-Duplex 2/83N zu ersteigern. Unter diesem Namen verbirgt sich der wahrscheinlich komplexeste Rechenschieber der Welt. Mit knapp 40 cm Länge und um die 30 Skalen erschließt er sich nicht ganz von alleine, die beiliegende Original-Anleitung ist kurz und für einen Nicht-Mathematiker wie mich am oberen Rand der Verständlichkeit.

Hier hilft das Internet mit zahlreichen Webseiten zu Rechenschiebern und Hinweisen  zu deren Gebrauch erfreulich weiter. Es ist erstaunlich, wie viele Interessenten an diesen Geräten sich zusammenfinden, wenn man bedenkt, dass der Discounter-Taschenrechner für 3 Euro bezogen auf die Möglichkeiten und die Genauigkeit jeden Rechenschieber locker in den Schatten stellt. Es scheint also irgendwo eine Freude am der Mathematik zu geben.

Abbildung der Vorderseite mit Typenbezeichnung:

Gerade grabe ich mich durch die Potenzrechnung – die insgesamt acht LL-Skalen sind erstaunlich exakt, doch für einen, dem die Altersweitsichtigkeit droht, schon schwer abzulesen.

Und wie nicht anders zu erwarten: Es dämmert ein neues Einkaufsziel am Horizont heran. Der Pickett N4 aus den USA: Gelb, Ganzmetall und 33 Skalen. Nur wahrscheinlich noch eine Idee schwieriger zu bekommen.


WALL-E – E.T. gegen Apple

25. September 2008

Man kann sagen, was man will: Seit „Toy Story“ hat sich im Genre „Komplett computeranimierter Film“ Einiges getan. Sehenswert ist WALL-E auf jeden Fall wegen der unglaublichen Qualität der Animationen – fotorealistisch; Disney-Pixar in Bestform. Dass Steve Jobs an Pixar beteiligt ist, lässt sich am Design von EVE wirklich nicht verleugnen.

Roboter EVE (Apple), glatt, organisch rund und der Aufgabe, auf der vermüllten Erde Leben zu finden, pflichtgemäß zugewandt, und WALL-E (Ähnlichkeiten zu E.T. sind sicher nicht zufällig), tapsig, chaotisch, anthropomorph, retten die Welt. Dass sie sich dabei ineinander verlieben und von Kameraauge zu Display funkelnd blaue Küsse tauschen, ist unvermeidbar, aber schön.

Neben einiger Zitate, welche die Vorgänger verehren („E.T.“, „Nr. 5 lebt“, „I Am Legend“, „2001″), bleibt die Story allerdings dünn, da ist der Lernfortschritt eben nicht mehr so groß. Dennoch ein großartiges Spektakel.